Der VW SP2

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Die Geschichte

ImageDer VW SP2 ist ein kaum bekanntes Fahrzeug. Meistens wird er für einen Kunststoffbausatz auf Käferbasis gehalten oder mit dem PUMA verwechselt.
Er ist jedoch eine eigenständige Entwicklung von VW do Brasil, entstanden unter dem damaligen Leiter Dr.Ing.e.h. Rudolf Leiding, dem Vater des SP-2. Gebaut wurde die Karosserie bei Karmann Ghia do Brasil. Als VW "X" wurde er 1971 in Brasilien erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Aus ihm entstand der SP-1 (1600 ccm/54 PS) und der SP-2 (1700 ccm/65 PS sowie bessere Ausstattung). Das Chassis wurde vom brasilianischen Variant übernommen. Dieses hat die Käfer-Kurbellenker-Vorderachse und die Käfer-Pendelachse mit Ausgleichsfeder hinten. Der Motor stammt vom Typ 3. Darüber hinaus gibt es jedoch kaum Gleichteile mit anderen VW-Modellen, auch wenn oft anderes geschrieben wird, die Scheinwerfer
sind z.B. nicht vom VW 411/412. Teilweise findet man verblüffende Konstruktionen, die Armaturentafel und die drei Mittelkonsolen meines SP-2 haben ein handlaminiertes (!) Grundgerüst, das dann in einem Werkzeug PU-umschäumt wurde. Hieraus lässt sich das damalige brasilianische Lohnniveau erkennen, das hohe Werkzeuginvestitionen für Formteile überflüssig macht. Vielleicht waren die Werkzeuge auch noch nicht fertig, da mein SP-2 aus den ersten Produktionsmonaten stammt.

ImageWegen dem grossen Anteil an typspezifischen Teilen bin ich davon überzeugt, daß ursprünglich eine grössere Stückzahl und Export in die ganze Welt geplant waren. Das läßt sich auch an verschiedenen Karosserieteilen erkennen, die auf eine mögliche Rechtslenkerversion hindeuten. Mit etwas gutem Willen hätte man ihn sicherlich auch hierzulande verkaufenkönnen, möglicherweise als Karmann SP-2. Die Leistung hätte man mit einem Typ 4 Motor aufbessern können.
Letztlich wurde der SP-2 hauptsächlich in Südamerika verkauft, ausserdem noch im arabischen Raum sowie in einigen Ländern Afrikas. Nach Nigeria wurden komplette Teilesätze für die Montage von Fahrzeugen geliefert.
Ein Engagement der Wolfsburger Muttergesellschaft, das Fahrzeug weiter zu vermarkten und weiterzuentwickeln, wurde wohl durch das Ende der luftgekühlten und heckgetriebenen Käfer-Epoche verhindert.
Der SP-2 im VW-Museum wurde sogar erst später beschafft, es war keiner übriggeblieben. In Osnabrück steht ein schönes Exemplar in der Fahrzeugsammlung von Wilhelm Karmann. Beide haben eine unauffällige Farbe und stehen zwischen anderen Fahrzeugen und Prototypen versteckt, so daß sie meist erst auf den zweiten Blick wahrgenommen werden.
Es gibt verschiedene Angaben über die gebaute Stückzahl. Eine brasilianische Zeitschrift schrieb zum 20-jährigen Jubiläum des SP-2, daß im ersten Produktionshalbjahr 1972 fast 3000 Stück verkauft wurden. Die Stückzahl fiel dann aber rapide ab. 1976 sollen es noch ganze 100 Stück gewesen sein, worauf die Produktion eingestellt wurde. Insgesamt waren es wohl zwischen 10205 und 11123 Fahrzeuge, inklusive eines verschwindend geringen Anteils an VW SP-1. Die Angaben hierüber sind widersprüchlich.

Text: LobiNess

Weitere Informationen unter:

www.vwsp2.ch

www.vwsp2.com